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Es geht zum Typerating…

13. Oktober 2010

Werte Leser!

Dieses Blog soll euch einen kleinen Einblick in (m)ein Typerating am Weg auf den begehrten Sitz ins Cockpit geben. Mein Name ist Harry, ich bin knappe 30 und suche seit rund einem Jahr einen Job. Genauer gesagt, einen Job als Copilot. Es war dabei egal - zumindest darf man in der heutigen Zeit nicht mehr wählerisch sein - ob es ein Platz in der Linienluftfahrt oder der Bedarfsluftfahrt wird.

Nun werden vielleicht hier Freunde mitlesen, die mit dem Fliegen nichts oder nicht so viel zu tun haben, daher bitte ich die, die hier mehr vom Fach sind, um etwas Verständnis, wenn manche ‘banalen’ Dinge näher ausgeführt werden.

Achja, was ist Linie, was Bedarf? Linie ist ein Unternehmen im Stile einer Austrian Airlines, Dschibuti Airways, etc… dem gegenüber gibt es die ‘Allgemeine Luftfahrt od. Executive Aviation’, das sind Geschäftsleute oder sehr reiche Leute, die sich den Luxus eines kleinen Privatjets leisten oder solche für verschiedene Flüge chartern.

Sodala, gehen wir ein Stück weiter. Wie kommt man zu solchen Jobs? Nun ja, man bewirbt sich. Auf 100 Bewerbungen bekommt man 4 Antworten, 3 davon negativ und eine mit einer Vertröstung. Über die restlichen 96 verliere ich hier keine Worte.Die Lage, wie überall sonst, ist mehr als schlecht, Leute die mit 200h Erfahrung von der Schule kommen gibt es wie Sand am Meer und mittlerweile ist der Markt an erfahrenen Piloten auch gestiegen. Somit noch mehr Konkurrenz. Sollte man doch Glück haben, gibt es Bewerbungen, wo man nur auf den Flottenchef trifft, der sich dann ein Bild vom Kandidaten macht und dann eintscheidet, ob man ins Team paßt oder nicht. Dann gibt es da noch das Reizwort Selektion: die Laufen leider genauso subjektiv ab -> auf einen Sessel vorne rechts kommen dann rund 300 Bewerber, bei 10 offenen Stellen für Copiloten…Kopfrechnen, oder besser nicht. Meistens geht es bei solchen Selektionen um Computertests(trainierbar), Simulatorcheck(sollte sowieso kein Problem sein), Gruppenspiele(mühsam und bereits selektiv) und der allseits beliebte Psychologe(nur subjektiv). Meistens schietert es in der letzten Runde, beim Psychologen (dort sitzen dann prinzipiell welche, die vom Fliegen soviel Ahnung haben, wie ich vom Bergbau).

Aber genug der einleitenden Worte. Nach vielen Mißerfolgen und leeren Versprechungen ist es endlich für mich soweit gewesen: ich darf für eine ausländische Firma zum Typerating. Typerating, was ist das? Nunja, das ist wie den Führerschein haben (in meinem Fall der Pilotenschein), doch dann darf man auch nicht gleich alles bis zum Airbus 380 fliegen. Man muß erst eine Typenberechtigung (Typerating) absolvieren. Man will also nach dem Führerschein Mazda 323 fahren, also macht man einen Kurs, wie man einen Mazda 323 fährt, ich mache einen Kurs, wie man eine Fokker 100 fliegt. Was ist das? Wikipedia hilft weiter :) ! siehe FOKKER 100

So, das wars mal für den Anfang, weiter gehts heute oder morgen! Bis dann!



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